2. Jan, 2015

“Die entscheidenden Schlachten liegen noch vor uns“

Rede von Alexander Sachartschenko in Donezk, 25.12.2014

Übersetzt von Mila Kuhlmann, nach Буду честен — нас ждут нелегкие времена: главные бои еще впереди von rusvesna.su.

Diese Rede ist Jahresrückblick und -ausblick, gehalten vom Premier der Volksrepublik Donezk Alexander Sachartschenko.

Werte Bürger der Donezker Volksrepublik!

Liebe Freunde, Mitstreiter, Mütter und Väter, Großväter und Urgroßväter!
Die heutige Ansprache an das Volk stellt einen Rückblick auf das vergangene schwierige Jahr dar und schildert die Errungenschaften, die wir bereits erreicht haben! Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auch auf die Herausforderungen lenken, die vor uns liegen, und von deren Lösung der Wohlstand und das Aufblühen unserer jungen Republik abhängt. Vorher jedoch möchte ich Ihnen allen, dem ganzen Volk, für Ihre Unterstützung, Ihre Geduld und Ihre Tapferkeit in dieser entscheidenden und für unsere Republik, unsere Heimat, unser Donbass schicksalhaften Zeit danken.
In diesem Jahr erlebten wir die schwersten Herausforderungen, die unser arbeitsames, kreatives und kampfbereites Volk zu meistern hatte. Wir haben in der Tat bewiesen, dass wir nicht nur erbauen und erschaffen, sondern auch unsere Errungenschaften, unser Land, unsere Kultur, unsere Familien und Freunde verteidigen können. Wir können ehrenvoll Wahrheit und Gerechtigkeit verteidigen. In erster Linie aber haben wir uns selbst bewiesen, dass unsere Gemeinschaft imstande ist, ihre eigene staatliche Souveränität zu erlangen. Und die Geburt eines neuen Staates – der Donezker Volksrepublik – das ist kein Zufall, das ist eine logische Konsequenz.
Ich möchte daran erinnern, wie unsere staatliche Souveränität ihren Anfang genommen hat, und welche Ereignisse schicksalhafte historische Prozesse nach sich zogen.
Wir haben die Ereignisse noch deutlich vor Augen, die in der Ukraine stattgefunden haben. Die Oligarchen-Klans teilten das Land in ihre Einflussgebiete auf und regierten das Land nach feudalen Prinzipien. Ihre persönlichen Kämpfe austragend und nach der Macht strebend, entfachten sie einen echten Krieg und stürzten das Land in ein blutiges Chaos. Während sie vorgaben, im Interesse des Volkes zu handeln und hehre Ideale zu vertreten, verwandelten sie Kiev, die Hauptstadt der Ukraine, in ein Schlachtfeld um die Finanzströme.
Kein Mittel war ihnen zu viel zum Erreichen ihrer eigenen Ziele. Sie machten sich wütende, gut organisierte und bewaffnete Nationalisten und käufliche Massenmedien zu Nutze, aber das schlimmste daran war die faschistische Ideologie, von der man glaubte, sie sei auf immer und ewig überwunden. Offener Nazismus, Hass und Intoleranz den anderen Völkern und Meinungen gegenüber wurden zur gesellschaftlichen Maxime erhoben und sollten dem Süd-Osten (der Ukraine) und in erster Linie uns – der Donbass-Region aufgezwungen werden. Man rief dazu auf, unsere Sprache zu verbieten, unsere Kultur zu verbannen; die Massenmedien starteten den diffamierenden Kreuzzug gegen unser historisches Gedächtnis und unsere Siege.
Obwohl es unglaublich klingt, geschah dies alles mit voller moralischer und, wie wir wissen, finanzieller Unterstützung der Länder Europas und der USA. Während die westlichen Staaten Nazismus zu Hause ächteten, schauten sie gleichgültig seiner Wiedergeburt in der Ukraine zu und gewährten dabei den Extremisten, die Macht an sich gerissen haben, Handlungsfreiheit. Das Volk des Donbass verfolgte mit Sorge die Ereignisse in Kiev.
Als aber die Regierung unseres Landes uns, das Donbass-Volk, mit diesen dunklen Kräften allein gelassen hatte, erhob sich unser Volk dagegen. Zuerst war es ein zaghafter Protest: die Menschen gingen auf die zentralen Plätze in den Städten des Süd-Ostens, sie versammelten sich, um ihre legitimen Rechte zu verteidigen. Erschreckt durch die Vorgänge im Lande, demonstrierten die Bürger von Donezk und Kharkow, von Odessa und Saporoschje, von Dnjepropetrowsk und Mariupol ihre Ablehnung der entfesselten Gesetzlosigkeit und forderten Respekt ein. Als Antwort auf diese Meinungsbekundung folgten Massenverhaftungen und Einschüchterung der Menschen, Demonstrationen wurden auseinander getrieben und unschuldige Menschen zusammengeschlagen.
Als die Machhaber jedoch sahen, dass sie das Volk nicht einzuschüchtern vermochten, griffen sie zu einem grausamen Verbrechen, mit dem sie faktisch das Ende der Ukraine besiegelten.
Lasst uns an Odessa erinnern, an den 2. Mai. An diesem Tag sind Menschen ums Leben gekommen, viele Menschen. Sie haben gegen kein Gesetz verstoßen, sie haben niemanden bedroht. Diese Menschen hatten einfach eine andere Meinung. Mehr als hundert Menschen wurden an diesem Tag beim lebendigen Leibe verbrannt. Jugendliche und ältere Menschen, Männer und Frauen, Menschen verschiednen Alters und verschiedener Berufe, sie alle wurden ganz bewußt durch eine wild gewordene Meute vernichtet. Was allerdings nach dieser Tragödie folgte, läßt sich gar nicht in Worte fassen. Es stellte sich heraus, dass diese Unglückseligen selbst an ihrem Unglück schuld sein sollen, dass sie sich selbst verbrannt haben. Es stellte sich heraus, dass ihre Mörder weiterhin die Freiheit genießen können, ohne ihre Gesichter verbergen zu müssen.
Zur selben Zeit, Anfang Mai, begann die Tötung der unschuldigen Opfer in Slawjansk, als die Banden der Nazisten dort die friedlichen Einwohner erschossen. Und das Fass wurde endgültig voll in Mariupol. Ich erinnere, dass am 9. Mai, an dem für uns heiligen Tag, die Stadt in Blut ertränkt wurde. Die Teilnehmer der Parade zum Tag des Sieges (über Nazideutschland im II. Weltkrieg) wurden mit Militärfahrzeugen tot gefahren und auf offener Strassen erschossen, die Vertreter der Polizei, die sich weigerten, den verbrecherischen Befehlen Folge zu leisten, wurden verbrannt.
Es wurde klar, dass SIE sich nicht aufhalten lassen, dass SIE auf den Geschmack gekommen sind. Diese Ungeheuer haben den Geschmack des Blutes gekostet.

Nach dem Geschehenen wurde uns klar, dass wir durch die Proteste allein unsere Freiheit nicht verteidigen können, und das Volk griff dann zu den Waffen. Der Donbass hat sich erhoben, um unsere Familien, unser Land, unsere Heimat zu verteidigen.
Aber auch dann waren wir zum Dialog bereit, wir waren bereit, Gespräche zu führen. Das Volk wollte kein Blutvergießen und keinen Krieg. Das Volk forderte nur eins – es wollte erhört werden. Dennoch, man wollte uns nicht erhören, man wollte mit uns nicht einmal reden. Stattdessen, statt eines offenen und ehrlichen Dialogs, statt nach dem Weg zur Lösung des Konfliktes zu suchen, beschloss man, dem Donezker Volk seinen Platz zu weisen. Es geschah das Unerhörte – man warf die Armee gegen das eigene Volk! In unser Haus kam der Krieg! Auf unsere blühende Gegend fielen Bomben. Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser wurden dem Erdboden gleich gemacht. Kohlengruben und Fabriken wurden zerstört. Alles, was unser tüchtiges Volk in Jahrzehnten geschaffen hatte, wurde auf barbarische Art und Weise vernichtet.
Massenhinrichtungen, gezielter Beschuss der Wohngebiete, Zerstörung der Kirchen, Theater und Museen – das ist, was die friedlichen Menschen erlebt haben.
Das einzig und alleinige Vergehen dieser Menschen bestand darin, anderer Meinung zu sein. Ja, das Volk traute sich, seine Rechte einzufordern, und dafür hat man beschlossen, es einzuschüchtern, zu bestrafen und zu demütigen. Aber wir widersetzten uns und erwiderten diese Angriffe.
Als Antwort auf den gegen uns gerichteten Krieg, auf die Untaten der Straf-Bataillone auf unserem Boden entstand im wahrsten Sinne des Wortes eine Volkswehr. Stahlkocher, Lehrer, Ärzte und Bergleute griffen zu den Waffen, schlossen ihre Reihen, um den Feind abzuwehren. Wie schon vor vielen Jahren schweißte uns die Gefahr zusammen, gegen den Feind. Das Volk erkannte, es ist wieder an der Zeit, für das eigene Überleben zu kämpfen. Wir erkannten, welche Gefahr uns drohte. Wie schon vor vielen Jahren stand Faschismus vor unseren Toren. Wir, das Volk dieses Landes, das Volk des Donbass, hielten diese Pest auf.
Wir widersetzen uns der Verbreitung des uns fremden Weltbildes, und dafür bezahlten wir einen sehr hohen Preis.
Ich sage Ihnen ehrlich – das, was unser Volk vollbracht hat, das ist eine Heldentat. Diese Worte mögen pathetisch klingen, aber es ist so. Aber die Heldentat des ganzen Volkes besteht aus Tausenden einzelnen Heldentaten, die unsere zivile Bevölkerung tagtäglich vollbrachte. Ich verneige mich tief vor unseren medizinischen Rettungskräften. Unsere Ärzte vollbrachten Wunder, als sie Menschenleben unter Bomben und Kugelhagel retteten. Sie taten es oft genau wie während des Großen Vaterländischen Krieges – an der Frontlinie.
Niemand hätte je gedacht, dass die Beschäftigen der Kohlengruben und der Fabriken wahrhafte Helden werden würden. Ich sage Ihnen das, was Sie auch so wissen – jeden Tag über Monate hinweg stellten diese Menschen zerstörte Fabriken, Gas-, Wasser- und Stromleitungen wieder her.
Trotz des ununterbrochenen Feuers durch Raketengeschosse erfüllten die Mitarbeiter der kommunalen Einrichtungen ihre Pflicht, sie fuhren in die gefährlichen Gebiete und beseitigten Zerstörungen und Havarien an den lebensnotwendigen Anlagen. Dank ihres beherzten Einsatzes und ihrer Tapferkeit haben die Bürger von Donbass heute Licht, Wasser und Fernwärme.
Jeden Tag wüteten in unseren Städten Brände und zerstörten Wohnhäuser. Jeden Tag wurden Dutzende von Menschen verschüttet. Und jeden Tag, unter der Gefahr für das eigene Leben, kamen Mitarbeiter der Rettungsdienste ihnen zur Hilfe. An die Gesichter dieser Feuerleute und Rettungskräfte, die Menschen aus den Ruinen der zerstörten Häuser oder aus den brennenden Gebäuden holten, können sich die Geretteten nicht mehr erinnern. Wir aber erinnern uns an sie, wir erinnern uns an ihren Mut, den sie jeden Tag bewiesen.
Ich sage es so: jeder Bürger der Republik hat seinen Beitrag zur Verteidigung und Bildung unseres Staates beigetragen.
Aber das ist noch nicht das Ende.
Ich sage Ihnen ehrlich – vor uns liegen schwierige Zeiten. Ja, wir haben jetzt eine gut gerüstete und kampffähige Armee. Ja, wir sind ausgezeichnet gerüstet. Und an dieser Stelle möchte ich meinen Dank der “ruhmreichen” ukrainischen Armee sagen, die uns ihre Waffen und Ausrüstung “heldenhaft” überlassen hat. Ja, wir haben Siege errungen. Ich erinnere Sie daran, dass nur die unglückliche Konstellation der Umstände und die internationale Lage unser Vorrücken und unseren Angriff, die uns die völlige Zerstörung der ukrainischen Armee und die Befreiung des ganzen Gebiets der Donezker Republik ermöglicht hätten, verhinderten. Sie alle wissen, wie die Lage am 5. September war. Zur Einnahme Mariupols fehlten uns nur noch zwei Tage.
Ich erinnere ebenfalls, dass als Ergebnis des siegreichen Vorrückens unserer Armee Minsker Vereinbarungen getroffen wurden. Diese Vereinbarungen waren nichts anderes als das Nachgeben seitens der Kiewer Machthaber, die erkannt hatten, welche Katastrophe ihnen da drohte. Nichtsdestotrotz denken wir, dass die Vertreter der Kriegspartei, die heute in Kiev eine starke Position hat, die jetzige Feuerpause nur als Möglichkeit zum Luftholen und zur Rotation der Streitkräfte betrachtet.
Sie wollen keinen Frieden, sogar das Schicksal der unter ihrer Kontrolle lebenden Bevölkerung interessiert sie nicht. Diese Vertreter des Oligarchen-Kapitals pochen, zusammen mit den korrumpierten Staatsdienern, auf der Fortführung dieses Blutbades. Sie haben gelernt, aus dem menschlichen Leid und Blut Geld zu machen, und denken nicht daran,dieses “lukrative” Geschäft aufzugeben. Aus eben diesem Grund erwarten die Ukraine neuen Wellen der Einberufungen, aus diesem Grund zieht man große Mengen an Waffen und Kriegsgerät an unsere Grenzen zusammen.
Dass hier Vorbereitungen zum Abbruch der Friedensgespräche und zum Beginn der groß angelegten Kriegsoffensive laufen, kann man aus folgenden Fakten schliessen:
In der Nacht zum 13. Dezember wurden die Flughäfen von Kharkow, Saporoschje und Dnjepropetrowsk vollständig geschlossen. Die Flüge der zivilen Luftfahrt wurden ohne Angabe von Gründen für einige Tage untersagt. Lasst uns Dinge bei ihrem Namen nennen – dies ist verbunden mit dem Beginn der inoffiziellen militärischen Hilfe seitens der Staaten des Westens und der USA an die Ukraine.
Beachten Sie bitte, dass wir regelmäßig humanitäre Hilfe erhalten, welche uns das Brudervolk Russlands schickt. Diese humanitären Konvois werden von den Vertretern der internationalen Organisationen wie des Roten Kreuzes, der OSZE oder anderen internationalen Missionen begleitet. Jeder einzelne Lastwagen, ja praktisch jede Kiste, wird dabei unter dem Verdacht des Waffenschmuggels geöffnet und untersucht. Wir haben nichts dagegen, sollen sie die Lastwagen kontrollieren und durchsuchen. Wir haben nichts zu verbergen. Aber wir haben nichts darüber gehört, dass die Vertreter derselben internationaler Organisationen ein ähnliches Monitoring auf den oben erwähnten Flughäfen durchführten. Ich befürchte, man ließ sie nicht mal in die Nähe dieser Flughäfen. Und man wird den Verdacht nicht los, dass in den gelandeten militärischen Transportflugzeugen nicht die Lebensmittel und auch nicht die Weihnachtsdekoration geliefert wurden.
Unser Gegner bereitet sich vor und erhält dabei direkte internationale militärische Unterstützung. Man könnte dies als Kompliment betrachten. Anscheinend haben wir sie ernsthaft verärgert.
Man respektiert uns! Aus all dem kann man einen Schluss ziehen – die entscheidenden Schlachten liegen noch vor uns. Aber wir bereiten uns darauf vor und, wie man’s sagt, halten unser Schießpulver trocken.
Es gibt einen schönen Ausdruck: fütterst du nicht deine eigene Armee, dann fütterst du die Armee deines Feindes. Und wir werden alles daran setzen, dass unsere Truppen ordentlich ausgerüstet und ausgestattet sind, damit sie mit jedem Feind es aufnehmen können.
Die Bildung funktionstüchtiger Streitkräfte ist allerdings nicht die einzige Errungenschaft unserer Republik. Unser wichtigster Sieg liegt in der Schaffung grundsätzlich neuer staatlicher Strukturen. Wir schufen diese neuen Strukturen praktisch aus Nichts: ohne einschlägige Erfahrung und ohne qualifizierte Fachkräfte.
Viele Menschen hatten damals Angst, Initiative zu zeigen, eine große Anzahl der erfahrenen Fachkräfte nahm eine abwartende Haltung an, viele verließen uns. So, zum Beispiel, wurde das ganze Rechtssystem zerstört – die Republik blieb praktisch ohne Richter, Staatsanwälte und Juristen.
Fast alle Institutionen der staatlichen Ordnung wie Untersuchungsorgane und Polizei verließen die Stadt. Ein Großteil dieser Institutionen wurde aus der Stadt abgerufen und verlegt und viele Mitarbeiter wurden vor die Entscheidung gestellt, entweder die Stadt zu verlassen oder zu Kriminellen erklärt zu werden. Im Ergebnis blieben alle unsere Städte und ihre Bürger rechtlich ungeschützt. Ein Teil der Selbstverwaltungsorgane wie lokale Stadträte, Munizipalitäten und Gemeinderäte ließen ihr Volk ebenfalls im Stich. Sie nahmen eine abwartende Haltung, wollten wahrscheinlich keine Verantwortung übernehmen und warteten, in welche Richtung das Pendel schlägt, welche Seite siegen wird. Sagen wir ehrlich – sie hatten Angst.
Das Gesundheitswesen nahm ebenfalls Schaden und das Bankensystem hörte gänzlich auf zu existieren. Nach der Anweisung der Nationalbank stellten alle Banken ihre Tätigkeit ein – Mitarbeiter wurden abberufen, jegliche Dokumentation weggebracht oder vernichtet, Computerprogramme wurden deinstalliert.
Aber lasst uns offen reden – wir vollbrachten praktisch ein Wunder! Ich bin sicher, die Welt kennt kein zweites Beispiel solcher Art. Die Institutionen, die manche Staaten Jahrzehnte lang aufbauten, bauten wir in Monaten, ja teilweise in Wochen auf. Unter Kriegsbedingungen, während das ganze Land vom Feuer des Krieges erfasst war, während ganze Armeen gegen uns ins Feld geführt wurden, bauten wir sorgfältig, Steinchen für Steinchen, unseren Staat und seine Institutionen auf.
Ja, heute können wir nicht mit dem hohen Lebensstandard aufwarten. Nicht alle staatlichen Institutionen arbeiten auf dem erforderlichen Niveau. Es gibt noch viel zu tun. Aber der Prozess des Staatsbaus hat begonnen und er ist nicht umkehrbar. Dank der unvergleichlichen Anstrengung Tausender von Menschen haben wir die Bedingungen für die schrittweise Wiederherstellung der staatlichen Organe, Wiederherstellung des normalen und friedlichen Lebens geschaffen.
Wir haben die wichtigste gesetzgebende Institution – den Volksrat geschaffen, wo echte Spezialisten und Patrioten ihres Landes arbeiten. Die Mehrheit unserer Parlamentarier sind echte Volksvertreter.
Furchtlos kamen sie den vom Krieg geschädigten Bürgern der Republik zur Hilfe: sie richteten Schutzbunker ein, brachten Brot für die Hunger Leidenden, gewährleisteten den Transport der Versehrten und Hilflosen in die sicheren Orte. Tausende Menschen konnten dank den selbstlosen Taten der Volksvertreter gerettet werden.
Uns ist gelungen, die wirtschaftliche Infrastruktur, jenes gewaltige und einzigartige Reservoir, das noch unsere Väter und Großväter geschaffen haben, zu erhalten. Hunderte von Kohlengruben, Fabriken, Metallurgie- und Maschinenbauwerken, unikale Chemiefabriken, Rüstungsfabriken, wissenschaftliche Forschungseinrichtungen – all das haben wir erhalten.
Bei den im November stattgefundenen Parlamentswahlen erwies uns das Volk großes Vertrauen, indem es die Parlamentsabgeordneten und das Oberhaupt der Republik wählte. Ich bin der Meinung, das unsere tatkräftige Regierung imstande ist, die schwierigsten Aufgaben zu meistern.
Stellen wir klar, wir arbeiten mit voller Kraft. Und wir haben bereits positive Ergebnisse, die uns optimistisch für die Zukunft stimmen.
Konkret gesprochen, wir haben die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gesichert. Wir erarbeiten zur Zeit das Programm der Frühjahrsbestellung der Felder für das Jahr 2015, es wird dem Volksrat (Red. Volksversammlung) bis zum 20. Januar 2015 zur Verabschiedung vorgelegt. Arbeiten zur Erhöhung der Produktivität des Agrarsektors, nämlich der landwirtschaftlichen Produktion und der Tierzucht, werden durchgeführt. Wir haben eine vielseitige Analyse zur Situation in der Landwirtschaft durchgeführt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bestätigen, dass unsere Bürger mit den qualitativen Lebensmitteln aus der Eigenproduktion vollständig versorgt werden.
Wir führen Arbeiten zum Erlangen der finanziellen Unabhängigkeit durch. Auf vollen Touren arbeiten wir an der Wiederherstellung des funktionierenden Bankensystems. Dafür wird der gesetzliche Rahmen erarbeitet und die Problematik der Fachkräfte angegangen.
Täglich treffen wir uns mit den Wirtschaftsvertretern, führen Konsultationen sowohl mit den mittelständigen Unternehmen als auch mit der Großindustrie. Zur Zeit erarbeiten wir die gesetzlichen Grundlagen zur Regulierung des Steuersystems, dessen vollständige Fassung in einem Monat fertig sein wird. Ich bin mir sicher, die darin enthaltenen Maßnahmen schaffen Bedingungen für eine flexible Zusammenarbeit zwischen der Regierung und dem wirtschaftlichen Sektor, was seinerseits eine effektiv funktionierende Wirtschaft nach sich ziehen wird. Wir müssen unser wirtschaftliches Modell so gestalten, dass jeder Bürger sein eigenes Geschäft ohne bürokratische Hindernisse eröffnen und sich als Herr seines eigenen Glücks fühlen kann.
Mit einem Wort, wir unternehmen gigantische Anstrengungen. Aber ich möchte hier unterstreichen, dass das politische Modell unseres Staates bereits in seinem Namen begründet liegt – Donezker Volksrepublik. Und niemand aus den Reihen der Regierenden darf dies vergessen.
Wir, die Regierenden, dienen unserem Volk.
Wir sind, wie jeder andere Bürger, Bürger dieses Landes und wir dürfen keine Privilegien oder Vorteile für uns selbst beanspruchen. Unser einziges Privileg ist unserem Volk zu dienen.
Ich bin sicher, dass Parlamentsabgeordnete, Regierungsmitglieder und die Beamten vor Ort diese Einstellung vertreten. Ich bin überzeugt, dass jeder beim Erfüllen seiner Aufgaben sich ausschließlich von einer Maxime leiten läßt, dass seine Dienste dem Erstarken und Erblühen unseres Landes dienen.
Wissen Sie, wenn der großartige Revolutionsdichter Wladimir Majakowsky in unserer Zeit lebte, dann würde er seine berühmten Strophen so formulieren: “Ich weiß, dass die Stadt erbaut wird. Ich weiß, dass der Garten erblühen wird, wenn solche Menschen in dem Donezker Lande leben!”